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Lurio und der Pfeil, der angeblich selbst Checkout rechnen kann

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Lurio steht zwar aktuell auf Platz 9, aber das ist in dieser Geschichte fast Nebensache. Viel wichtiger ist, warum bei ihm plötzlich ein Dartpfeil verdächtigt wird, ein eigenes Leben, einen Taschenrechner und schlechte Laune zu haben.

Lurio und der Pfeil, der angeblich selbst Checkout rechnen kann

Lurio steht aktuell auf Platz 9. Das ist wichtig zu wissen, aber nur ungefähr so wichtig wie die Tatsache, dass auf einem Dartboard Zahlen stehen. Denn die eigentliche Geschichte beginnt nicht in der Tabelle, sondern an einem Abend, an dem Lurio angeblich seinen dritten Dart aus der Tasche zog und dieser sehr hörbar seufzte.

Mehrere vollkommen unbestätigte Quellen berichten, dass Lurio seit Kurzem mit einem Pfeil spielt, der nicht einfach geworfen werden möchte. Er möchte beteiligt werden. Vor jedem Wurf soll der Pfeil kurz vibrieren, als würde er innerlich noch einmal die Route planen. Bei einfachen Aufnahmen bleibt er ruhig. Bei Checkout-Wegen über drei Felder soll er dagegen leise knacken, als würde irgendwo ein kleiner Taschenrechner in Panik geraten.

Der erste Verdacht kam auf, als Lurio bei Rest 94 ans Oche trat. Zuschauer erwarteten irgendetwas Normales. Der Pfeil entschied sich jedoch offenbar für eine eigene Interpretation und landete so, dass im Raum kurz niemand wusste, ob das ein Versuch, eine Warnung oder moderne Kunst war. Lurio nickte nur, als hätte genau das im geheimen Plan gestanden.

Seitdem spricht man intern vom Lurio-Protokoll. Es besagt: Wenn ein Dartpfeil bei Lurio komisch fliegt, war das kein Fehler. Es war eine Vorbesprechung mit der Scheibe, die wir Außenstehenden einfach nicht mitbekommen haben.

Besonders auffällig ist die Kommunikation zwischen Lurio und dem Board. Während andere Spieler zielen, wirft Lurio angeblich erst einmal einen Blick auf die Scheibe, als würde er mit ihr verhandeln. Die 20 schaut weg, die 19 tut beschäftigt, die Doppel 16 stellt sich tot. Dann wirft Lurio und irgendwo im Hintergrund hört man gedanklich einen sehr müden Schiedsrichter sagen: Das zählt wahrscheinlich irgendwie.

Ein Gegner berichtete nach dem Match: „Ich war mir nicht sicher, ob ich gegen Lurio spiele oder gegen ein schlecht gelauntes Navigationssystem.“ Ein anderer soll gefragt haben, ob Lurios Darts WLAN brauchen. Die Redaktion hat diese Frage geprüft und kam zu dem Ergebnis: Nein, aber Bluetooth wäre irgendwie passend.

Inzwischen gibt es wilde Theorien. Manche glauben, Lurio habe seine Pfeile in einer Schublade neben alten Fernbedienungen gelagert und dabei sei etwas passiert. Andere vermuten, einer der Darts sei früher mal ein Kugelschreiber im Finanzamt gewesen und könne deshalb automatisch unangenehme Entscheidungen treffen. Die wahrscheinlichste Theorie bleibt jedoch: Lurio wirft ganz normal, aber die Pfeile erzählen hinterher andere Versionen.

Auch die Scheibe scheint zunehmend genervt. In einem frei erfundenen, aber emotional glaubwürdigen Statement soll das Board erklärt haben: „Ich bin für Triple, Doppel und Bulls gebaut worden. Nicht für Lurios spontane Umdeutung von Geometrie.“ Kurz darauf soll die Doppel 8 vorsorglich Urlaub beantragt haben.

Die Ligaleitung beobachtet den Fall. Ein Verbot lebendiger Dartpfeile gibt es im Regelwerk bisher nicht. Dort steht lediglich, dass Darts eine Spitze haben müssen. Von Charakter, Trotz oder Rechenleistung ist keine Rede. Eine Regelergänzung mit dem Titel Bitte keine Pfeile mit eigener Meinung soll bereits diskutiert werden.

Lurio selbst bleibt gelassen. Auf die Frage, ob seine Pfeile wirklich mitdenken, soll er nur gesagt haben: „Einer muss es ja tun.“ Danach warf er einen Dart, der erst verdächtig nach Single 5 aussah, dann aber atmosphärisch eindeutig nach Absicht.

Die Redaktion bleibt dran. Vor allem, weil einer von Lurios Pfeilen angeblich schon wieder im Flight steckt und so tut, als hätte er die ganze Sache nie angezettelt.